Das war die „Lange Nacht der Kirchen“

Zur ersten Langen Nacht der Kirchen hatten am Freitag (9. September 2022) drei christliche Kirchengemeinden in der Papenburger Stadtmitte eingeladen. Beteiligt waren im Rahmen der ökumenischen Initiative die katholische Pfarrei St. Antonius mit der St.-Antonius-Kirche, die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde mit der Marktkirche sowie die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit der Nikolaikirche. Unterstützt und finanziell gefördert wurde die ökumenische Initiative zur ersten Langen Nacht der Kirchen in der Stadt Papenburg auch durch Papenburg Kultur.

Jeweils zur vollen Stunde fand in den Gotteshäusern ein 45-minütiges kulturelles Programm statt. Die Pausen boten den Menschen die Möglichkeit, von einem Kirchenort zum anderen wechseln und „auch mal ein Gotteshaus zu besuchen, das ihnen vielleicht nicht so vertraut ist, wie die eigene Kirche“, sagte Pfarrer Franz Bernhard Lanvermeyer in seiner Begrüßung auf dem Vorplatz der St.-Antonius-Kirche.

Das rund vierstündige Programm der Langen Nacht der Kirchen in der Stadtmitte reichte von musikalischen Beiträgen über Chorgesang und Lesungen bis zu hin Orgelführungen. Den Rahmen der Veranstaltung bildeten eine offizielle Eröffnung um 18.30 Uhr sowie ein Ausklang mit Abendsegen gegen 22 Uhr auf dem Vorplatz der Antoniuskirche.

Die „Lange Nacht der Kirchen“ ist eine gemeinsame Aktion verschiedener Kirchen, die seit Mitte der 1990er-Jahre alljährlich bundesweit an unterschiedlichen Orten durchgeführt wird. Die Initiative möchte nach eigenem Bekunden Außenstehenden einen Blick hinter die Kulissen der Kirchen bieten, den Gemeindemitgliedern die Vielfalt ihrer Gemeinschaften vor Augen führen sowie die Ökumene zwischen den Kirchengemeinden fördern.

Text und Fotos: Klaus Dieckmann

Hier noch einmal das Programm in den drei Kirchengemeinden:

Friedensgebet

Schon Jahre lang findet jeden Dienstagabend um 19.30 Uhr ein sog. Lichtergebet für den Frieden in der Welt statt. Seitdem die Situation in der Ukraine so verheerend ist, ist dieses Gebet jeden Abend.

Trotz Kriege gibt es auch viele positive Einsätze auf dem Weg zum endgültigen Frieden.

Ein kleiner Schritt ist dabei das tägliche Friedensgebet um 19.30 Uhr vor der Antoniuskirche. Es ist nicht so entscheidend, aber ein Teilnehmer zählt jeden Abend die Besucher*innen. In diesen Tagen wurde die Gesamtzahl von 3.333 erreicht.

Diese Zahl möge uns und andere ermutigen, weiterhin beim Friedensgebet und auf andere Weise auf dem Weg zum endgültigen Frieden mitzumachen.


Am Kreuz hat Jesus gebetet „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Mit diesem Schrei hat er trotzdem auf Gott vertraut und es folgte die Auferstehung.
Wir dürfen glauben und daran arbeiten, dass eine ganz andere „Auferstehungswelt“ möglich ist. Bleiben wir im Gebet und einem entsprechenden Handeln treu.


Wir treffen uns zu diesem Gebet, weil wir nicht wegschauen wollen, sondern das Leid in der Welt klar benennen möchten und es uns persönlich betroffen machen soll. Wir sehen dieses Friedensgebet nicht als eine sofortige Erhörung, sondern als ein Gebet, das Durchhaltevermögen fordert in dieser Welt. Letzten Endes treffen wir uns, damit trotz allem die Hoffnung nicht verloren, sondern gestaltet wird. Wir laden immer wieder herzlich zu diesem Treffen ein nach dem Motto „Aufbrechen – Miteinander“.

Wir laden durch Teilnahme an diesem Friedensgebet zu einem positiven Beitrag auf dem Weg zu einem endgültigen Frieden für alle ein.

Foto von MARIOLA GROBELSKA auf Unsplash

Das „Kirchenschiff“ auf der Landesgartenschau 2014

Zwar nicht neu, aber auch nach 7 Jahren immer noch erinnerungswürdig! 😉

Ein ökumenisches Großprojekt war die Errichtung eines Kirchenschiffes auf der Landesgartenschau im Sommer 2014 in Papenburg.

Zum Abschluss der Aktion schrieb Pastor Hirndorf, der für die Durchführung Hauptverantwortlicher war: „Wir verabschieden uns mit einem ökumenischen Gottesdienst aus dem Park und hieven den Anker. Eine Zeit mit über 550 Andachten, 30 Konzerten und 20 Kindernachmittagen geht zu Ende. Am Ende kamen 22.000 Passagiere, um den Andachten zu lauschen und sich eine seelische Auszeit zu gönnen. Wasser, Wind, Weite, die Schöpfung in ihrer Vielfalt, biblische Pflanzen oder Heilpflanzen waren Themen unserer spirituellen Angebote.“

Auch nach so langer Zeit existiert im Netz noch ein vielfältiger Bericht über das Kirchenschiff.

50 Jahre Ökumenischer Arbeitskreis – ein Rückblick

1970    —   2020

Wir freuen uns, in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum des Ökumenischen Arbeitskreises Papenburg begehen zu können. Der Arbeitskreis, der seit 1970 besteht, ist ein Gremium, in dem Mitglieder aus allen katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Papenburgs vertreten sind. Neben den offiziellen Vertreterinnen und Vertretern können auch andere interessierte Gemeindemitglieder mitarbeiten und sind herzlich willkommen.

Der Arbeitskreis trifft sich 4 bis 5 Mal im Jahr, um Veranstaltungen zu planen und ökumenische Fragen zu erörtern.

Die herausragendsten Ereignisse der letzten Jahre waren sicherlich:

– in 2005 ein eigenes Kirchenzelt auf der Emslandschau in Papenburg,

– in 2009 die Unterzeichnung der Charta Oecumenica in der Nikolaikirche

– in 2014 die Aktionen auf dem Kirchenschiff anlässlich der Landesgartenschau

– und in 2017 viele Veranstaltungen zum Jubiläumsjahr der Reformation, die zum ersten Mal in einem gemeinsamen Gottesdienst am Reformationstag mündeten.

Hinzu kommen in all den Jahren die ökumenischen Gottesdienste zum Weltgebetstag, an Pfingsten und am Reformationstag; das wöchentliche Gebet für die Einheit der Christen in den Gottesdiensten, die Beteiligung am Ökumenischen Schöpfungstag und der Friedensdekade, die Begegnung mit der muslimischen Gemeinde und viele öffentliche Vorträge.

Unser Anliegen war es in der Vergangenheit immer und ist es auch weiterhin, in Papenburg ein Klima zu schaffen, in dem sich alle Konfessionen auf Augenhöhe begegnen können und in allen Belangen, die für ein friedvolles Miteinander wichtig sind, an einem Strang zu ziehen.

Ein Ausblick auf die nächsten Jahrzehnte:

Bei all unseren Bemühungen müssen wir uns immer vor Augen halten:

  • Der Glaube der Kirchen ist größer als die eigene Konfession.

Unser Ziel muss es sein,

      * Von „versöhnter Verschiedenheit“ zur „Einheit in versöhnter Gemeinschaft“ zu kommen.

Weltgebetstag

Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie konnte der Gottesdienst zum Weltgebetstag am 5. März 2021 nicht in gewohnter Form begangen werden. Gastgeberland in diesem Jahr war Vanuatu im Südpazifik. Frauen aus verschiedenen Gemeinden bereiteten unter der Leitung von Angelika Hartkens einen virtuellen Gottesdienst vor, der in der Kirche St. Antonius gefeiert wurde.